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09 Dez Shangri La – Wo auch immer du bist!

Mein Herz bricht. Mein Mann und ich sind gerade von unserer Reise aus Thailand zurückgekommen, mit all der Schönheit und den Unannehmlichkeiten, die damit einhergehen. Wir begannen den Tag mit Schwimmen im Meer im Sonnenaufgang, frühstückten bei Wellenrauschen und Vogelgesang, packten unsere Sachen und wurden warm und herzlich verabschiedet von unseren neuen Freunden John und Lillian aus Liverpool.

So schön, dass es weh tut

Auf Wiedersehen! Hoffentlich treffen wir uns wieder. Auf Wiedersehen Mint und Bradley, Gastgeber an diesem wunderbaren Platz. Auf Wiedersehen, all ihr freundlichen Menschen. Sie lächeln so leicht hier. Das mit dem „Land des Lächelns” ist wirklich wahr.
Auf Wiedersehen Einfachheit. Wie habe ich es genossen, diesen Bungalow zu bewohnen. Ein Raum, in dem nichts weiter ist als ein schmaler Kleiderschrank, ein großes, komfortables Bett, zwei Holzsessel links und rechts von einem kleinen Tisch, nebenan ein Bad mit großzügigem Duschraum, Waschbecken und Toilette. Vor der Tür eine Terrasse, Platz für wiederum zwei Holzsessel an einem kleinen Tisch, Leinen, um feuchte Handtücher aufzuhängen. Das ist alles.
Das Essen ist köstlich in jeder Garküche in den Straßen, für ein paar Euro bekommst du ein großartiges Gericht, eine Explosion an Aroma und Geschmack, in jedem einfachen Gemüsegericht.
Auf Wiedersehen, leichtes, einfaches Leben.
Alles, was ich um mich herum wahrnehme, ist so schön, dass es schmerzt. Das Türkis des Wassers. Das Lächeln der jungen Frau, die diese grandiosen Kreationen aus kleinen Bananen und Kokos zaubert. Die üppige Vegetation und die duftenden Blumen. Der warme, meinen müden Körper streichelnde Wind, der das Zwitschern exotischer Vögel an mein Ohr trägt.
Ich möchte nicht gehen.

Wo endet das Paradies?

Doch es ist schon geschehen. Ich sitze schon im Flugzeug. Und fühle den Abschiedsschmerz.
Mit den Jahren habe ich gelernt, dass jedes noch so schmerzvolle Gefühl einen Schatz in sich birgt, wenn ich bereit bin, mich ihm vollständig hinzugeben. Es gibt nichts mehr zu tun – ganz besonders nicht nach Stunden und Stunden der Reise, wenn die Kräfte nachlassen.
Ich folge dem Klumpen in meinem Hals mit meiner Aufmerksamkeit, gebe mich der Anspannung im Bauch hin – und die Erkenntnis steigt auf, dass ich alles hinter mir lassen muss. ALLES. Da gibt es nichts, nothing, zero, rien, absolut nichts, von dem ich behaupten könnte, es gehöre mir. Nicht nur, dass ich dieses Shangri La-Thailand verlassen muss mit seiner schmeichelnden Atmosphäre. Alles. Die Berührung der warmen, zärtlichen Hand meines Mannes. Die liebevollen Blicke, die wir so oft tauschen.
Wie wertvoll ist mir das alles, es zerreißt mir schier das Herz. All die geliebten Menschen in meinem Leben. Meine Mutter, meine Geschwister, meine Freunde. Menschen, mit denen ich arbeite, die ich aus tiefstem Herzen verehre und respektiere für den Einsatz, den sie bringen, um diese Welt zu dem Paradies zu machen, das sie für viel mehr Menschen sein könnte. Mein Vater, der bereits gegangen ist. Ich fühle noch den sanften Druck seiner wundervollen, samtweichen Hand in meiner Hand. Für immer dahin.
Das Wunder von Mozarts Sinfonien. Der Duft von Vanille und Frangipani. Dunkle Schokolade. Schlafanzüge.…
Ich werde alles verlieren, was ich jemals liebte.

Eine Antwort

Es ist dunkel im Flieger, die meisten Menschen schlafen oder dösen. Ich lasse meinen Tränen freien Lauf. Es ist nicht mehr so sehr Schmerz jetzt. Es ist überwältigende Ehrfurcht vor diesem so kostbaren Geschenk des Lebens. Ich bin voller Dankbarkeit dafür, dass ich lebendig bin. In Gemeinschaft mit meinem Mann bin, der immer – und ich meine IMMER – offene Arme hat für mich, egal wie grantig und ungeduldig ich in der Sekunde vorher noch gewesen sein mag. Für all die Mitstreiter in meiner Coaching-Community, die wiederum so viele andere Menschen darin unterstützen, die Schönheit ihrer Selbst und der Welt in ihrem ganzen herzerschütternden Ausmaß zu erkennen. Voller Demut und tiefer Liebe für meine Klienten, die so mutig ihre Grenzen ausloten. Zu erkennen, dass wir Liebe SIND.
Das bleibt.

Das bleibt

Wenn nichts mir gehört (was ganz offensichtlich die Wahrheit ist) dann geht es im Leben um Loslassen – und Geben. Wir werden alles verlieren, und im selben Moment gibt es nichts, das wir verlieren könnten.
Es sei denn, wir halten unsere Liebe zurück. Das ist unendlich traurig.
Wir können nichts haben, nichts gewinnen, nichts behalten – aber wir können geben, uns verströmen, verschenken.
Und hier bin ich, versuche, dir zu dienen mit diesem Artikel, versuche, „meine“ persönliche Geschichte in etwas zu verwandeln, das für dich von Wert sein könnte.
Wir haben alle dann und wann unsere Kämpfe damit, an Dingen festzuhalten, an Situationen, Menschen, Zuständen. Wir stecken so viel Energie in den Versuch, die Umstände zu kontrollieren, andere oder uns selbst „in den Griff“ zu kriegen, dass wir häufig das Einzige, das wir wirklich „haben“, verpassen: diesen einen Moment in seiner unauslotbaren Tiefe und Schönheit und mit seinem Flüstern deines Herzens, das dich zur höchsten Erfüllung führen wird, wenn du nur zuhörst.
Da gibt es einen Ort, an dem es nichts zu finden und nichts zu verlieren gibt. Der unabhängig davon ist, wo du bist oder mit wem. Das ist Freiheit. Glückseligkeit. Liebe. Bedeutung. Hier liegt das wahre, ewige, unsterbliche Shangri La.

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